Kürbis – alles was man wissen muss

Wir alle haben mit kleinen oder großen Vorurteilen zu kämpfen. Der Bayern-Fan, stets vom Ruch umgeben, Erfolgsanhänger zu sein, der Student, der angeblich bis zur Mittagszeit ruht und der Kürbis, der als Herbstfrucht stilisiert wird, die zwingendermaßen immer mit Gruselgesicht und Kerze drapiert sein muss.
Vorurteile braucht kein Mensch - wir brechen eine Lanze für den Kürbis (Sorry Bayern-Fans, sorry Studenten)!
Über das heimliche Lieblingsgemüse der Deutschen gibt es viele spannende Dinge zu erfahren und auch so mancher wissenschaftliche Fakt ist mehr als faszinierend. Auf los geht´s los, mit unserer kleinen-feinen Faktensammlung rund um den runden und orangenfarbenen Hohlkopf (Nein, wir meinen nicht D. Trump).
 

Das sagt der Botaniker – Kürbis im Lexikon

Der Kürbis ist ein Import-Schlager! Und wem haben wir dies zu verdanken? Kolumbus! Der Entdecker Amerikas und seine Crew waren es, die die ersten Kürbis-Samen vom amerikanischen Kontinent mitbrachten. Hier liegt auch die Heimat der Kürbisfrucht. Das „Mutterland“ der meisten wilden Früchte ist Mexiko und Süd-Amerika. Die Geschichte des Kürbisses reicht bis tief in die Vergangenheit des Menschen. Die ältesten kultivierten Samen sind rund 10.000 Jahre alt.
Ebenso erstaunlich ist die schiere Anzahl an Kürbisarten. Die Literatur kennt rund 800 verschiedene Sorten, von denen rund 250 ess- oder genießbar sind.
Kürbisse sind weltweit die größten Beeren – richtig gelesen, Kürbisse gehören zu den Beeren – und werden weltweit in warmen Gebieten domestiziert. Am besten gedeiht der Kürbis in heißtrockenen bis semi-kühlen Nebelwäldern! Eine wichtige Information für jeden Heim-Gärtner: Alle Kürbisse sind frostempfindlich. Grundsätzlich mag es der Kürbis heiß-sonnig mit ausgeprägten Regengüssen. In unseren Gefilden gedeihen Kürbisse am besten in Südlagen ohne Beschattung. Für alle Schlaumeier: der größte Kürbisproduzent ist China! Circa 30 % der weltweiten Ernte kommen aus der Volksrepublik.
 

Das macht Kürbis einzigartig

Klang-Kürbis: Welchen Kürbis kann ich kaufen? Diese Frage lässt sich am besten mit den Ohren beantworten! Klopft man auf die Schale und es klingt hohlholzig, dann greifen Sie zu! Auch ein Blick auf den Stiehl/Strunk ist ratsam. Ist dieser noch vorhanden und verholzt, dann haben Sie ihren Wunschkürbis gefunden.


Inhaltsstoffe: Der Kürbis ist ein Wunderding. Für Low-Carber, Abnehmer und Beauty-Fans gibt es nichts Besseres. Sage und schreibe 90 % Wasseranteil machen den Kürbis zum Kalorienwunder. Und es komm noch besser! Kürbis hat wenig Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß, ist also ein perfektes Diätessen. Die Frucht ist reich an Beta Carotin und ebenso reich an Kieselsäure. Ersteres bindet freie Radikale im Körper und schützen unsere Zellen vor Oxidation und Schädigung. Zweiteres ist ein wahres Beautywunder. Kieselsäure ist gut fürs Bindegewebe, die Haut und unsere Nägel.

Nudelersatz: Der Low-Carber kennt das Problem; Nudeln sind böse, aber es gibt keine Alternativen. Stimmt nicht! Das Fruchtfleisch des Spaghetti-Kürbis nimmt beim Kochen eine nudelhafte Form und Konsistenz an. Eine perfekte Ergänzung für Zucchini–Nudeln und Konsorten. Beinahe alle klassischen Nudel-Soßen vertragen sich mit dem rußigen Aroma des Kürbisses und ergeben neue Geschmackserlebnisse, ohne dabei der Bolognese im Wege zu stehen. Und das beinahe ohne Carbs!

Vorkochen! Die Verarbeitung von Kürbissen kann ganz schön schweißtreibend sein. Unser Tipp: einfach Vorkochen. Entweder bei 150° Ober- und Unterhitze eine halbe Stunde im Backofen oder zehn Minuten in einem Topf mit heißem Wasser. Wichtig, abschrecken nicht vergessen! So vorbereitet lässt sich der Kürbis sehr einfach verarbeiten.
 

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – 1 Jahr Kürbis

Man könnte meinen, dass Kürbis der Herbst ist. Und hier meint man vollkommen falsch! Beispiele für mutige „Jahres-Gerichte“ gefällig? Und los:

Frühling: Leicht, locker, lecker und sehr, sehr gesund. Ein Kürbis-Avocado-Salat läutet den Frühling ein und hilft dabei, die Sommerfigur flott und locker zu erreichen. Wir empfehlen ein Dressing aus Zitrone, Olivenöl, Soja-Soße und einem Hauch Chili.

Sommer: Ein außergewöhnliches Mitbringsel zum Grillfest? Kürbis und Kartoffel ergeben ein nahrhaftes und ziemlich leckeres Duo. Festkochende Kartoffeln, Kürbisfleisch, Zwiebel, Schinken, Brühe und Frühlingszwiebeln ergeben einen wahnsinnig leckeren Kartoffelsalat 2.0! Stellen Sie sich schon mal darauf ein, das Rezept rausrücken zu müssen.

Herbst: Bleiben wir klassisch. Bleiben wir verrückt. Eine Kürbissuppe kann jeder, aber mit den passenden Zusätzen eskaliert der Geschmack bis zur wahrhaftigen Explosion. Kürbis, Ingwer, Karotte und Kartoffel bilden die geschmackliche Basis des Gerichts. Zum pikanten Ingwer gesellen sich Chili-Fäden, Piri-Piri und schwarzer Pfeffer. Abgebunden und abgerundet wird dieser Suppentraum mit Kokos-Milch oder Kokos-Schaum.

Winter : Ob zum Wichteln in der Arbeit oder für die echten Lieblingsmenschen: Kürbis-Marmelade ist ein überraschendes und leckeres Präsent. Kürbis, Apfel, Vanille, Zimt, Nelken und Lavendelblüten ergeben mit einem Schuss Zitrone und Sherry eine verrückt-leckere Marmelade. Zur Zubereitung empfehlen wird Gelierzucker 2:1. Viel Spaß beim Verschenken! Aber Vorsicht, es kann passieren, dass Sie danach öfter ranmüssen